Intellectual-Property-Lösungen

Heute ist die Wirtschaft wie nie zuvor auf Wissen und Know-How angewiesen und tätigt mehr Investitionen in Forschung und Entwicklung als in technische Ausstattung. Geistiges Eigentum spielt somit eine immer wichtigere Rolle bei der Geschäfts- und Wirtschaftsentwicklung und ist als immaterielles Vermögen ein immer größer werdender Teil des Wertes von Unternehmen. Damit geht einher, dass die Entwicklung und das Management geistigen Eigentums wichtiger Bestandteil von Unternehmensstrategien geworden sind. Dieses Vermögen sollte an einem Ort mit den besten Voraussetzungen hierfür gebündelt werden.

Luxemburg bietet vor allem aufgrund seiner attraktiven auf die Branche bezogenen Steuererleichterungen und Fördermöglichkeiten den perfekten Standort für die Ansiedlung und Vermarktung Ihrer Entwicklungen im Bereich des geistigen Eigentums.

Damit Sie Zeit für Ihr eigentliches Geschäft haben, sorgen wir für engagierte Betreuung und kompetente Beratung.

Die Beihilfen

Das Gesetz vom 5. Juni 2009 über die Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation (FEI) ermöglicht es der Regierung Unternehmen und Forschungseinrichtungen Beihilfen zur FEI zur Verfügung zu stellen.

 

In Luxemburg wird ein geeigneter Rahmen für FEI angeboten. Insbesondere die Erweiterung der Kompetenzen von Forschungszentren und kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die Schwierigkeiten beim Zugang zu Innovationsmöglichkeiten haben, verdienen dabei besondere Aufmerksamkeit. Kleine Unternehmen sind Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern und mit einer Jahresbilanz von höchstens 10 Mio. €. Als mittlere Unternehmen gelten Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern, einem Jahresumsatz von höchstens 50 Mio. € und einer Jahresbilanz, die 43 Mio. € nicht überschreitet. Darüber hinaus müssen die Unternehmen selbständig sein, dürfen also nicht zu mehr als 25% von einem anderen Unternehmen durch Stimmrechte oder Kapitalanteile beherrscht werden.

Die Beihilfen im Einzelnen:

  1. Projekte und Programme zur Forschung & Entwicklung (F&E)
  • Experimentelle Entwicklung: Entwicklung von neuen, geänderten oder verbesserten Produkten, Verfahren, Dienstleistungen und Organisationsmodellen (einschließlich die Anfertigung von Prototypen).
  • Industrielle Forschung: Erwerbung von neuem, noch nicht kommerziell nutzbarem Wissen, mit dem Ziel, neue Produkte, Verfahren, Dienstleistungen und Organisationsmodelle anzufertigen (möglicherweise während einer nachfolgenden experimentellen Entwicklung).
  • Grundlagenforschung: Erweiterung der wissenschaftlichen und technischen Kenntnisse, die nicht auf industrielle oder kommerzielle Ziele ausgerichtet ist.

Kriterien:

  • Innovation
  • Technologische Risiken
  • Ökonomisches Potenzial
  • Finanzielle Leistungsfähigkeit des Unternehmens

Antragsberechtigte:

Antragsberechtigt sind Unternehmen und private Forschungseinrichtungen, die in Luxemburg gegründet wurden.

Art und Umfang der Förderung:

  • Personalkosten
  • Kosten für Instrumente, Ausstattung, Maschinen, Werkzeuge, Anlagen, Grundstück und Gebäude
  • Materialien und andere Verbrauchsmaterialien
  • Sub-Unternehmerkosten
  • Gemeinkosten
  • mit dem Projekt in Zusammenhang stehende jede andere Art von Kosten

 

Die Höhe der Beihilfe ist vom Einzelfall abhängig. Bei kleinen Unternehmen beträgt sie zwischen 45 – 100 % und bei großen Unternehmen zwischen 25 – 100 %.

  1. Machbarkeitsstudien

Die Machbarkeitsstudie wird vor dem F&E Projekt vorgenommen, um die technische Realisierbarkeit des Projekts abzuwägen. Diese Studie ermöglicht die Feststellung technischer Risiken, der Vorteile eines Produkts im Vergleich mit Konkurrenzprodukten oder eine Abschätzung des Potentials der Technologie für die Entwicklung neuer Anwendungen.

Antragsberechtigte:

Antragsberechtigt sind Unternehmen und private Forschungseinrichtungen, die in Luxemburg gegründet wurden.

Art und Umfang der Förderung:

  • Personalkosten
  • Kosten für Instrumente, Ausstattung, Maschinen, Werkzeuge, Anlagen, Grundstück und Gebäude
  • Materialien und andere Verbrauchsmaterialien
  • Sub-Unternehmerkosten
  • Gemeinkosten
  • mit dem Projekt in Zusammenhang stehende jede andere Art von Kosten

 

Die Höhe der Beihilfe ist vom Einzelfall abhängig. Bei einer Studie vor einer industriellen Forschung beträgt sie 75% für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und 65% für große Unternehmen. Bei einer Studie vor einer experimentellen Entwicklung beträgt sie 50% für KMU und 40% für große Unternehmen.

  1. Schutz von geistigem Firmeneigentum

Der Schutz von geistigem Firmeneigentum steht für die Unterstützung der Anerkennung und Verteidigung der Rechte vor Gericht.

Antragsberechtigte:

Antragsberechtigt sind kleine und mittlere Unternehmen oder private Forschungseinrichtungen, die in Luxemburg gegründet wurden.

Art und Umfang der Förderung:

  • Sämtliche Kosten, die der Erteilung des gewerblichen Schutzrechts in der ersten Rechtsordnung vorausgehen
  • Anfallende Kosten für die Übersetzung und Sonstiges im Hinblick auf die Erlangung oder Aufrechterhaltung des Schutzrechts in anderen Rechtsordnungen
  • Anfallende Kosten zur Aufrechterhaltung des Schutzrechts während des amtlichen Prüfverfahrens und eventuellen Einspruchsverfahren

 

Die Höhe der Beihilfe beträgt 100% für die Grundlagenforschung, 50% für die industrielle Forschung und 25% für die experimentelle Entwicklung.

Ein Aufschlag von 15% kann hinzugerechnet werden, falls eine Kollaboration mit mindestens einer Forschungseinrichtung oder einem Unternehmen in Luxemburg oder einem anderen EU-Mitgliedsstaat bestand. Die Vergabe an Sub-Unternehmen gilt nicht als effektive Zusammenarbeit.

  1. Beihilfe für junge innovative Unternehmen

Diese Beihilfe zielt darauf ab, die Gründungskosten eines jungen, innovativen Unternehmens mit hohem Entwicklungspotenzial abzudecken.

Antragsberechtigte:

Antragsberechtigt sind kleine Unternehmen, die max. sechs Jahre vor der Beihilfebewilligung in Luxemburg gegründet wurden. Das begünstigte Unternehmen wird in naher Zukunft neue Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen entwickeln, die ein hohes Risiko in sich bergen oder in mindestens einem der letzten drei Jahre vor der Bewilligung, mindestens 15% ihrer Betriebskosten für Forschungs- oder Entwicklungsprojekte ausgegeben haben.

Art und Umfang der Förderung:

  • Sämtliche anfallende Kosten sind förderbar
  • Unterstützung der kommerziellen Entwicklung
  • Förderung der Infrastruktur

 

Diese Beihilfe kann nur einmal in Anspruch genommen werden und kann eine Million Euro nicht übersteigen. Sie kann aber mit anderen Beihilfen kombiniert werden, solange nicht die gleichen Kosten abgedeckt werden.

  1. Innovationsberatungs- und Unterstützungsdienste

Diese Beihilfe fördert Maßnahmen zur Erhöhung der Innovationsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU).

Antragsberechtigte:

Antragsberechtigt sind kleine und mittlere Unternehmen und private Forschungseinrichtungen, die in Luxemburg gegründet wurden.

Art und Umfang der Förderung:

  • Innovationsberatungsdienste
  • Innovationsunterstützende Dienstleistungen

 

Diese Beihilfe unterstützt die Nutzung von externen Beratungsdienstleistungen in Höhe von 200.000 € über max. 3 Jahre.

  1. Vorübergehende Bereitstellung von hochqualifiziertem Personal

Diese Beihilfe hilft dabei, auf hochqualifiziertes Personal mit entsprechendem Fachwissen aus öffentlichen Forschungseinrichtungen oder großen Unternehmen zuzugreifen. Dabei handelt es sich um eine zeitweilige Versetzung mit einer vereinbarten Frist.

Antragsberechtigte:

Antragsberechtigt sind kleine und mittlere Unternehmen, die in Luxemburg gegründet wurden.

Bedingungen:

  • Personal ist bei der vereinbarten Frist zu entlassen und ersetzt nicht andere Mitarbeiter
  • Personal wird einer neuen Stelle zugewiesen
  • Personal muss mindestens zwei Jahre Arbeitszeit in der ursprünglichen Einrichtung hinter sich haben
  • Personal muss dem Unternehmen in der Forschung, Entwicklung und Innovation zur Hilfe stehen

Art und Umfang der Förderung:

  • Lohnkosten des angestellten Personals für max. drei Jahre
  • Einstellungskosten
  • Jegliche Umzugskosten des angestellten Personals oder dessen Familie

 

Die Höhe der Beihilfe entspricht max. 50 % der Kosten.

  1. Entwicklungs- und Organisationsdienstleistungen

Diese Beihilfe hilft bei der Umsetzung neuer betrieblicher Verfahren und verbesserter Produktionsmethoden.

Antragsberechtigte:

Antragsberechtigt sind alle Unternehmen. Die großen Unternehmen müssen sich mit mind. einem kleinen oder mittleren Unternehmen zusammenschließen.

Bedingungen:

  • Organisationsdienstleistungen müssen an die Verwendung und Nutzung von Informations- und Kommunikationstechniken geknüpft sein
  • Projekt muss von einem qualifizierten Projektleiter geleitet werden; Kosten für das Projekt müssen einkalkuliert werden
  • Projekt muss zur Entwicklung eines Konzeptes führen, das systematisch wiederholt werden kann
  • Innovation muss zum neuesten Stand des betreffenden Sektors innerhalb der Europäischen Union führen
  • Projekt muss die Möglichkeit eines Misserfolgs beinhalten

Art und Umfang der Förderung:

  • Personalkosten
  • Kosten für Instrumente, Ausstattung, Maschinen, Werkzeuge, Anlagen, Grundstück und Gebäude
  • Materialien und andere Verbrauchsmaterialien
  • Sub-Unternehmerkosten
  • Gemeinkosten
  • mit dem Projekt in Zusammenhang stehende jede andere Art von Kosten

 

Die Höhe der Beihilfe beträgt 15% der Kosten für große Unternehmen, 25% der Kosten für mittlere Unternehmen und 35% der Kosten für kleine Unternehmen.

  1. Investitionen in Innovationscluster und Belebung von Innovationscluster

Ein Innovationscluster stellt eine Zusammenarbeit unabhängiger Unternehmen oder Forschungseinrichtungen dar. Diese Gruppen vertreten dieselben Interessen und sind in denselben Bereichen aktiv. Das Ziel dieser Gruppe ist die Erhöhung der Innovationsfähigkeit und der Austausch von Wissen und Erfahrungen.

Auftragsberechtigte:

Antragsberechtigt sind Unternehmen und öffentliche oder private Forschungseinrichtungen, die in Luxemburg gegründet wurden. Der Begünstigte übernimmt die Führung und ist verantwortlich für die Aktivitäten des Innovationsclusters; er muss stets den Zutritt zu den Räumlichkeiten gewährleisten. Der Zutritt zu den Räumlichkeiten muss für Unternehmen und öffentliche oder private Forschungseinrichtungen stets gewährleistet sein. Die Gebühren für die Nutzung von Einrichtungen müssen die Investitions-, Instandhaltungs- und Verwaltungskosten reflektieren.

Art und Umfang der Förderung:

  • Investitionskosten, dazu gehören Grundstück und Gebäude für Forschungslabore und Ausbildungseinrichtungen, Forschungs-, Labor- und Testeinrichtungen und Breitbandnetzwerkgeräte
  • Kosten zur Belebung von Innovationsclustern, dazu gehören die Gewinnung neuer Mitglieder, Verwaltung der Einrichtungen von Innovationsclustern und Ausbildungsprogramme, Workshops und Konferenzen

 

Die Höhe der Beihilfe für Investitionskosten beträgt max. 15%. Ein Aufschlag von +20% kann für kleine Unternehmen, +10% für mittlere Unternehmen und in manchen Fällen bis zu +35% für öffentliche Forschungseinrichtungen hinzugerechnet werden.

 

Die Beihilfe für die Kosten zur Belebung von Innovationsclustern kann linear oder degressiv ablaufen. Bei einem linearen Ablauf ist die Beihilfe auf 50% der jährlich anfallenden Kosten über einen Zeitraum von max. fünf Jahren begrenzt. Bei einem degressiven Ablauf kann die Beihilfe 100% im ersten Jahr betragen und nimmt anschließend ab, bis sie im fünften Jahr 0% beträgt. Ein Aufschlag (bis zu einer Beihilfeintensität von max. 75%) und Laufzeitverlängerungen (bis zu max. zehn Jahren) können für öffentliche Forschungseinrichtungen unter bestimmten Bedingungen ermöglicht werden.

  1. De-minimis-Beihilfen

Diese Beihilfe ist geeignet für Unternehmen und private Forschungseinrichtungen, die aufgrund des Gesetzes nicht von einer öffentlichen Förderung profitieren können, da sie nicht die erforderte Größe nachweisen oder bestimmte Kriterien erfüllen können.

Antragsberechtigte:

Antragsberechtigt sind Unternehmen und private Forschungseinrichtungen, die in Luxemburg gegründet wurden.

Art und Umfang der Förderung:

  • Kosten werden übernommen, sofern sie mit den Ausgaben der entsprechenden Beihilfen übereinstimmen
  • Die Höhe der Beihilfe beträgt 200.000 € für einen Zeitraum von drei Steuerjahren.

Bedingungen für den Beihilfeantrag

Der Beihilfeantrag muss eingereicht werden bevor Investitionen in den Bereichen der Forschung, Entwicklung und Innovation erfolgen oder entsprechende Tätigkeiten starten.

Kumulierungsvorschriften

Die Beihilfe, die von den verschiedenen Beihilferegelungen durch das neue Gesetz eingeführt wurde, darf nicht für die gleichen Ausgaben kumuliert werden.

 

Diese Beihilfe ist nicht kumulierbar mit:

  • De-Minimis-Beihilfen
  • der zugelassenen Beihilfe in Artikel 4 des am 27. Juli 1993 geänderten Gesetzes zur wirtschaftlichen Entwicklung und Diversifizierung, Verbesserung der allgemeinen Wirtschaftsstruktur und des regionalen Gleichgewicht der Wirtschaft
  • der zugelassenen Beihilfe des Gesetzes vom 18. April 2008 zur erneuerten Förderung der Entwicklung des ländlichen Raums
  • der zugelassenen Beihilfe in Artikel 5 des Gesetzes vom 30. Juni 2004 zur Festlegung eines allgemeinen Rahmens der Beihilferegelungen für den Sektor der Mittelklasse
  • der zugelassenen Beihilfe des Gesetzes vom 15. Juli 2008 zur wirtschaftlichen Entwicklung bestimmter Regionen des Landes; zur Änderung des Gesetzes vom 27. Juli 1993 zur wirtschaftlichen Entwicklung und Diversifizierung, der Verbesserung der allgemeinen Wirtschaftsstruktur und des regionalen Gleichgewicht der Wirtschaft; und zum Gesetz vom 18. Februar 2010 zu Beihilferegelungen für den Umweltschutz und für die rationelle Nutzung natürlicher Ressourcen.